Michaela Gruber

Sytemische Familientherapie

Was heißt systemisch?

Neben der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie ist der systemische Ansatz der am weitesten verbreitete und praktizierte Therapie- und Beratungsansatz. Systemische Therapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren und ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Ansätzen und Modellen, die sich aus der Paar- und Familientherapie heraus entwickelt haben. Systemische TherapeutInnen arbeiten mit Einzelpersonen, Paaren, Familien und Helfersystemen; neben der klinischen Anwendung findet systemisches Denken auch Niederschlag in anderen professionellen Bereichen wie (Organisations-) Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung.

Leitideen

Das Ziel systemischer Familientherapie ist es, mit den KlientInnen gemeinsam Lösungen für ihre Probleme zu finden und zu gestalten und sie dabei zu begleiten. Folgende Aspekte prägen den therapeutischen Prozess:

Psychotherapeutische Haltung

Systemische Praxis sucht nach Bedingungen, mit deren Hilfe die KlientInnen ihre Ressourcen aktivieren können, um in Selbstorganisation zu ihren Zielen gelangen zu können. Systemisch ausgerichtete TherapeutInnen und SupervisorInnen gehen von der Autonomie der Rat- und Hilfesuchenden aus und betrachten diese als "ExpertInnen ihrer selbst". Zentrales Arbeitsmittel ist der öffnende Dialog. Dem Klienten gegenüber bemüht man sich um eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Lebensstrategien.

Methoden

Die Methoden der systemischen Psychotherapie sind vielfältig. Dazu zählen vielfältige Fragetechniken, der selbstreflexive Dialog, der Einsatz von "Reflecting Teams", die Arbeit mit visualisierenden Techniken wie Familienskulpturen und Aufstellungen, die Anregung von "Hausaufgaben", Abschlussinterventionen, Rituale und Metaphern.

Quelle: ÖAS